Ein Bodyguard ist eine Person, die einen bestimmten Menschen vor Angriffen, Drohungen und Belästigungen schützt. Das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich Körperwache. Im Deutschen heißt diese Person Leibwächter, in der Sicherheitsbranche spricht man vom Personenschützer.
Mit dem Bild aus dem Kino hat der Beruf wenig zu tun. Die meiste Arbeit passiert, bevor überhaupt etwas passiert: Wege prüfen, Termine vorbereiten, Menschen beobachten. Wie ein vollständiges Schutzkonzept aufgebaut ist, erklärt unser Ratgeber zum Personenschutz. Hier geht es darum, was ein Bodyguard tut und darf, wie man einer wird und wovon die Kosten abhängen.
Das Wichtigste in Kürze
- Bodyguard ist das englische Lehnwort für Leibwächter. Der Fachbegriff in Deutschland lautet Personenschützer.
- Geschrieben wird es groß und in einem Wort: der Bodyguard, im Plural die Bodyguards.
- Die Arbeit eines Bodyguards ist vor allem vorbeugend. Planung, Beobachtung und Deeskalation zählen mehr als Muskeln.
- Private Personenschützer haben keine polizeilichen Befugnisse, sondern dieselben Rechte wie jeder andere Mensch.
- Einen anerkannten Ausbildungsberuf dafür gibt es nicht. Pflicht ist die Unterrichtung nach § 34a GewO, dazu kommen Lehrgänge im Personenschutz.
Was bedeutet Bodyguard? Herkunft und andere Wörter
Bodyguard setzt sich aus den englischen Wörtern body für Körper und guard für Wache zusammen. Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache beschreibt den Bodyguard als Person, die eine bestimmte, meist prominente Person vor Gewalttätern, aufdringlichen Fans oder Journalisten schützt.
Wer ein anderes Wort sucht, hat mehrere Möglichkeiten:
- Leibwächter ist das deutsche Wort mit derselben Bedeutung. Es geht auf die Leibwache zurück, die schon im Altertum Herrscher beschützte, und klingt heute etwas altmodisch.
- Personenschützer ist der Begriff, den Sicherheitsunternehmen, Polizei und Behörden verwenden. Er beschreibt die Aufgabe nüchtern und ohne Filmklischee.
- Close Protection heißt das Fachgebiet im internationalen Sprachgebrauch.
Manche Berufsportale trennen zwischen Bodyguard und Personenschützer: Der erste sei nur für den körperlichen Schutz zuständig, der zweite plane zusätzlich. Im deutschen Recht gibt es diese Trennung nicht, und einen geschützten Berufstitel für eines der beiden Wörter ebenfalls nicht. Beide meinen dieselbe Tätigkeit. Wer sie gut macht, plant und schützt.
Wie schreibt man Bodyguard richtig?
Richtig ist Bodyguard: großgeschrieben, weil es ein Substantiv ist, und in einem Wort ohne Leerzeichen oder Bindestrich. Das Wort ist männlich. Es heißt der Bodyguard, des Bodyguards, und im Plural die Bodyguards. Getrennt wird es Bo·dy·guard.
Für die deutsche Aussprache gibt das DWDS die Lautschrift [ˈbɔdigaːɐ̯t] an. Das u hört man dabei nicht, und genau deshalb schreiben viele Bodygard, im Plural Bodygards. Andere trennen das Wort in Body Guard. Richtig ist nur Bodyguard.
Was macht ein Bodyguard? Die Aufgaben im Alltag
Im Film wirft sich der Bodyguard vor die Kugel. Im echten Einsatz ist ein Tag gut, wenn nichts passiert ist und die Schutzperson ihren Begleiter kaum bemerkt hat. Ein erfahrener Personenschützer hat es in einem Interview so beschrieben: Für eine zweistündige Autogrammstunde fallen schnell zwei Tage Vorbereitung an.
Zu den typischen Aufgaben gehören:
- Vorbereiten: Wege, Gebäude, Ein- und Ausgänge vorab ansehen und Ausweichrouten festlegen.
- Beobachten: das Umfeld lesen und auffälliges Verhalten erkennen, bevor jemand nah genug herankommt.
- Abstand schaffen: aufdringliche Fans, Fotografen oder Gegner auf Distanz halten, zuerst mit Worten.
- Begleiten und fahren: Wege und Fahrten der Schutzperson absichern.
- Abschirmen: im Ernstfall zwischen Gefahr und Schutzperson gehen und sie aus der Situation bringen.
- Schweigen: Was der Personenschützer im privaten Umfeld mitbekommt, bleibt vertraulich.
Personenschützer arbeiten allein oder im Team. Bei höherer Gefährdung teilen sich mehrere Kräfte die Arbeit: Eine Person bleibt dicht bei der Schutzperson, andere sehen sich vorab den nächsten Ort an oder sichern das Fahrzeug. Wie viele es sein müssen, ergibt sich aus der Gefährdungsanalyse vor dem Einsatz.
Nicht jeder Mensch im dunklen Anzug ist ein Bodyguard. Ein Doorman kontrolliert den Einlass an einer festen Tür und schützt damit einen Ort. Der Leibwächter bleibt bei seiner Schutzperson, wohin sie auch geht.
Wer braucht einen Bodyguard?
Früher waren Leibwächter etwas für Spitzenpolitiker, Wirtschaftsführer und Weltstars. Heute kann auch ein ganz normaler Mensch in eine Lage geraten, in der er Schutz braucht. Hass und Drohungen verbreiten sich über soziale Medien in Minuten, und nicht jede Drohung lässt sich als leeres Gerede abtun. Das trifft den Ortsbürgermeister im Dorf genauso wie die Kita-Leiterin im Vorort oder den Jugendtrainer im Fußballverein.
Typische Schutzpersonen sind:
- Politikerinnen und Politiker, auch auf kommunaler Ebene
- Unternehmer und Führungskräfte, etwa bei Konflikten im Betrieb oder heiklen Verhandlungen
- Stars aus Film, Fernsehen, Musik und Sport sowie Influencer mit großer Reichweite
- Menschen, die gestalkt oder nach einer Trennung bedroht werden
- Kinder bekannter oder vermögender Eltern, für die es mit dem Kid Guarding eine eigene Form des Begleitschutzes gibt
Der Schutz wirkt dabei in zwei Richtungen. Er hält Menschen fern, die der Person schaden wollen, und genauso Anhänger und Fans, die keine Grenze mehr kennen.
Viele fragen zuerst bei der Polizei. Staatlichen Personenschutz bekommen aber fast nur Amtsträger und Personen, bei denen die Behörden selbst eine Gefährdung festgestellt haben. Für Privatpersonen ist er sehr selten. Wer sich schützen lassen möchte, beauftragt deshalb in aller Regel ein privates Bewachungsunternehmen.
Was darf ein Bodyguard und was nicht?
Ein privater Bodyguard ist kein Polizist. Er hat keine hoheitlichen Befugnisse, darf also niemanden zwingen, sich auszuweisen, und niemanden gegen seinen Willen durchsuchen, wie es die Polizei darf. Ihm stehen dieselben Rechte zu wie jedem anderen Menschen, die sogenannten Jedermannsrechte:
- Notwehr und Nothilfe nach § 32 StGB: Einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff darf er abwehren, auch wenn der Angriff der Schutzperson gilt. Die Abwehr muss erforderlich sein.
- Vorläufige Festnahme nach § 127 Abs. 1 StPO: Wer auf frischer Tat betroffen oder verfolgt wird, darf festgehalten werden, wenn er fluchtverdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann. Wo die Grenzen liegen, erklärt der Beitrag zur Festnahme nach Jedermannsrecht.
Eine Schusswaffe darf ein privater Personenschützer nur mit behördlicher Erlaubnis führen. Das Waffengesetz erkennt bei einem Bewachungsunternehmen ein Bedürfnis an, wenn ein Auftrag zum Schutz einer gefährdeten Person Schusswaffen erfordert (§ 28 Abs. 1 WaffG in Verbindung mit § 19 WaffG). Geführt werden darf die Waffe dann nur während dieses konkreten Auftrags, und die Waffe darf einer einzelnen Wachperson erst überlassen werden, wenn die Behörde zugestimmt hat. Die meisten Einsätze laufen unbewaffnet. Wann bewaffnete Security zulässig ist, steht in einem eigenen Beitrag.
Wie wird man Bodyguard? Ausbildung und Voraussetzungen
Einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf mit diesem Namen gibt es in Deutschland nicht. Der Weg führt über mehrere Stufen.
Rechtlich gilt zuerst § 34a der Gewerbeordnung. Wer für ein Bewachungsunternehmen arbeitet, muss zuverlässig sein und mindestens die Unterrichtung nachweisen. Die Zuverlässigkeit prüft die Behörde unter anderem mit einer Auskunft aus dem Bundeszentralregister und einer Stellungnahme der Polizei. Die Unterrichtung dauert mindestens 40 Unterrichtsstunden und behandelt unter anderem Rechtsgrundlagen, Umgang mit Waffen, Umgang mit Menschen und Deeskalation. Die strengere Sachkundeprüfung schreibt das Gesetz nur für bestimmte Tätigkeiten vor, etwa für Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder den Einlass in Diskotheken. Personenschutz steht nicht auf dieser Liste. Aquila Security setzt trotzdem Personal mit Sachkundeprüfung ein.
Das Handwerkszeug holen sich viele über die dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit oder über Berufserfahrung im Wachdienst, am Empfang und in der Einlasskontrolle. Dort lernt man, Menschenmengen zu lesen und ein Gebäude zu räumen, lange bevor man eine einzelne Person schützt.
Auf den Personenschutz spezialisiert man sich danach in eigenen Lehrgängen. Private Bildungsträger bieten sie in sehr unterschiedlicher Qualität an, weil es keine staatlichen Vorgaben für die Inhalte gibt. Sinnvoll sind Gefährdungsanalyse, Arbeiten im Team, Sicherheitsfahrtraining, Selbstverteidigung, Erste Hilfe und vertiefte Rechtskenntnisse. Wer bewaffnet arbeiten soll, braucht zusätzlich die Sachkunde nach § 7 des Waffengesetzes.
Davon getrennt ist der Weg über den Staat. Personenschützer der Polizei, etwa in der Sicherungsgruppe des Bundeskriminalamts oder bei den Landeskriminalämtern, sind Polizeibeamte mit einer Zusatzausbildung. Bei den Streitkräften übernehmen speziell ausgebildete Feldjäger diese Aufgabe. Diese Lehrgänge stehen nur den eigenen Beamten und Soldaten offen, als Privatperson kann man sie nicht buchen.
Dazu kommen Eigenschaften, die in keiner Prüfungsordnung stehen: ruhiges Auftreten, gute Umgangsformen, Belastbarkeit bei langen und unregelmäßigen Arbeitszeiten und die Geduld, stundenlang aufmerksam zu bleiben, obwohl nichts passiert. Wer über den Einstieg in die Branche nachdenkt, findet mehr dazu im Beitrag Wie wird man Sicherheitsfachkraft? Womit man je nach Einsatzfeld, auch im Personenschutz, beim Gehalt rechnen kann, zeigt der Beitrag Wie viel kann man beim Sicherheitsdienst verdienen?
Was kostet ein Bodyguard?
Einen Festpreis gibt es nicht. Der Preis hängt vor allem davon ab, wie viele Kräfte wie lange gebraucht werden. Diese Faktoren bestimmen den Aufwand:
| Kostenfaktor | Wie er den Preis beeinflusst |
|---|---|
| Gefährdung | Je konkreter die Bedrohung, desto mehr Kräfte und Vorbereitung braucht der Einsatz. |
| Dauer und Uhrzeit | Ein einzelner Termin ist etwas anderes als Schutz rund um die Uhr. Für Nacht-, Sonn- und Feiertagsstunden fallen in der Regel Zuschläge an. |
| Teamgröße | Niemand bleibt 24 Stunden wach. Dauerhafter Schutz braucht mehrere Kräfte, die sich abwechseln. |
| Vorbereitung | Ortsbegehung, Routenplanung und Absprachen mit Veranstaltern fallen vor dem eigentlichen Termin an. |
| Fahrzeug und Ausstattung | Ein eigenes Einsatzfahrzeug, Funktechnik oder eine behördlich genehmigte Bewaffnung erhöhen den Aufwand. |
| Reisen | Bei Terminen in anderen Städten oder im Ausland kommen Anreise, Übernachtung und die Erkundung vor Ort dazu. |
Auf die Frage nach den Kosten im Monat gibt es deshalb keine Pauschale. Ein halber Tag Begleitung an Werktagen und Schutz an sieben Tagen rund um die Uhr liegen weit auseinander, weil im zweiten Fall mehrere Kräfte im Schichtwechsel arbeiten. Marktübliche Richtwerte für Stunden- und Tagessätze finden Sie in der Kostenübersicht des Personenschutz-Ratgebers. Für Ihre Lage erstellt Aquila Security ein schriftliches Angebot, in dem Aufschläge offen ausgewiesen sind.
Einen Bodyguard bei Aquila Security anfragen
Aquila Security stellt Personenschützer für Personen- und Begleitschutz. Am Anfang steht eine Gefährdungsanalyse. Aus ihr folgen das Sicherheitskonzept und die Einsatzplanung: wie viele Kräfte, wie sichtbar, zu welchen Zeiten. Ändert sich die Lage, wird der Plan angepasst.
Aquila Security auf einen Blick:
- Qualitätsmanagement nach ISO 9001, zertifiziert durch DEKRA
- Personal mit Sachkundeprüfung nach § 34a GewO
- Einsatzkräfte im Bewacherregister eingetragen
- Versicherungsdeckung von 5 Millionen Euro als Standard
- Hauptsitz in Frankfurt am Main, bundesweite Standorte in Hamburg, Berlin, Köln, München, Düsseldorf, Hannover, Bonn und Aachen
Sagen Sie uns kurz, wen Sie schützen lassen möchten, wann und wo. Sie erreichen uns rund um die Uhr gebührenfrei unter 0800 7242501. Wenn Ihnen eine schriftliche Anfrage lieber ist, nutzen Sie unser Kontaktformular.
Häufige Fragen zum Bodyguard
Was ist ein Bodyguard auf Deutsch?
Das deutsche Wort ist Leibwächter. In der Sicherheitsbranche und bei der Polizei sagt man Personenschützer. Gemeint ist immer jemand, der für die Sicherheit eines bestimmten Menschen zuständig ist und nicht für ein Gebäude.
Was ist der Unterschied zwischen Bodyguard und Personenschutz?
Bodyguard ist die Person, Personenschutz die Leistung. Zum Personenschutz gehören neben der Begleitung auch die Gefährdungsanalyse, die Planung von Wegen und Terminen und oft die Absicherung des Wohnsitzes.
Was kostet ein Bodyguard im Monat?
Eine feste Monatspauschale gibt es nicht. Entscheidend ist, wie viele Stunden am Tag die Schutzperson begleitet wird und wie viele Kräfte dafür gebraucht werden. Wer nur zu einzelnen Terminen Schutz braucht, zahlt nur diese Einsätze. Einen belastbaren Preis nennt Ihnen Aquila Security nach der Gefährdungsanalyse im schriftlichen Angebot.
Kann sich jede Privatperson einen Bodyguard buchen?
Ja. Einen besonderen Status braucht man dafür nicht. Der Auftrag geht an ein Bewachungsunternehmen mit Erlaubnis nach § 34a GewO, und am Anfang steht ein Gespräch über die eigene Lage, aus dem die Gefährdungsanalyse entsteht. Staatlichen Personenschutz erhalten Privatpersonen nur sehr selten, deshalb wenden sie sich für eine Begleitung an einen privaten Anbieter.
Darf ein Bodyguard eine Waffe tragen?
Nur mit behördlicher Erlaubnis für einen konkreten Auftrag. Weniger bekannt ist eine zweite Hürde: Die Behörde versagt die Zustimmung zur Überlassung der Waffe, wenn die Haftpflichtversicherung des Bewachungsunternehmens das Risiko des Umgangs mit Schusswaffen nicht abdeckt. Im Alltag der meisten Personenschützer spielt die Waffe ohnehin keine Rolle.
Wie wird man Bodyguard ohne Polizei?
Der private Weg steht jedem offen, der zuverlässig ist. Einen bestimmten Schulabschluss verlangt die Unterrichtung nicht, wohl aber Deutschkenntnisse mindestens auf Niveau B1. Ob jemand zuverlässig ist, prüft vorher die zuständige Behörde. Danach zählen Praxis im Sicherheitsdienst und ein Lehrgang für Personenschutz, sinnvoll ergänzt um die Sachkundeprüfung.
Ist ein Türsteher ein Bodyguard?
Nein, auch wenn beide oft im dunklen Anzug auftreten. Ein Türsteher arbeitet in der Regel am Eingang, kontrolliert dort Tickets und Taschen und hält Störer draußen. Ein Bodyguard kümmert sich dagegen nur um die eine Person, für die er gebucht ist, und geht mit ihr mit.



